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Gemeinsam wachsen

Medienmitteilung vom 15. Juli 2020

Im kürzlich erschienen Geschäftsbericht richtet die Stiftung Heimstätten Wil den Blick auf die Teilhabe- und Beteiligungskultur. Beispielhaft zeigt die Stiftung auf, wie dieses Selbstverständnis in ihrem Alltag angekommen ist und lädt Leserinnen und Leser ein, an ihrem Weg des Hineinwachsens in die neue Haltung teilzuhaben.

 

Für die Stiftung war das Jahr 2019 eine Art Neubeginn. «Die 2017 formulierte Absicht ist im Denken und Handeln angekommen, das Mitwirken- und Mitgestaltenwollen hat Wurzeln gefasst», freut sich Paul Schmid, CEO der Stiftung. So habe sich das Verständnis von Führung komplett verändert und es werde offen Kritik an «von oben Verordnetem» geübt. Ein spannender Lern- und Bildungsprozess sei für alle in Gang gekommen, so Paul Schmid.

 

Eine Wende um 180°

Lange bevor Themen wie «Inklusion» und «Teilhabe» in der Öffentlichkeit bekannt wurden und lange bevor die Schweiz 2014 die UN-Behindertenrechtskonvention ratifizierte, wurde das Konzept der «Funktionalen Gesundheit» in der Stiftung eingeführt. Der diesem Konzept innewohnende Gedanke wendet sich ab von der «Versorger- und Umsorgementalität», kanalisiert frühere Konzepte wie «Selbstbestimmung» und «Empowerment» und bietet eine praxistaugliche Anwendbarkeit. «Es ist eine Wende von Haltung, Sicht- und Herangehensweise um 180°» erzählt Thomas Weymuth, Leiter der Fachstelle «Teilhabe und Bildung». Die Fachstelle wurde 2018 eingerichtet. Sie beobachtet, steuert und koordiniert die mit der «Funktionalen Gesundheit» zusammenhängenden Prozesse und begleitet die Fachpersonen in ihrem beruflichen Alltag.

 

Gestaltung der Angebote

Die Stiftung achtet bei ihrer Angebotsgestaltung darauf, nicht mit voll ausgestalteten Angeboten zu starten, sondern versucht, im Laufe der Zeit zu erkennen, welche Ressourcen die beteiligten Menschen mitbringen, wie sie diese einbringen können und wobei sie unterstützt werden wollen oder müssen. Es ist ein anspruchsvolles Miteinander, das für die begleitenden Fachpersonen bedeutet, nicht etwas «für» die Klientinnen und Klienten zu tun, sondern deren Tun zu ermöglichen.

Es sei ein stetes Ringen um die Frage, wie es gelingen kann, eine gute Balance zwischen Fürsorge und Selbstverantwortung zu finden. «Teilhabe- und Beteiligungskultur» bilde sich aufgrund eines steten Einschätzens, Abwägens und Ausprobierens, so Lourdes Gonzalez, Leiterin der Fachstelle «Teilhabe und Bildung».  

 

Begegnungsort

Mit der Übernahme der Gärtnerei und des dazugehörigen Ladens «querbeet» von der Psychiatrischen Klinik Wil wurde der stiftungseigene Laden «präsent-Dinge zum Mitbringen», der sich zuletzt an der Bronschhoferstrasse befand, mit dem Gärtnereiladen zusammengelegt und, in Form eines «Shop-in-Shop-Konzeptes», die Wiler Filiale der Bio-Bäckerei Lehmann integriert. Mit der Bio-Bäckerei besteht bereits eine mehrjährige Zusammenarbeit im Rahmen der Bio-Abokiste «Wiler Kiste».

Der Laden der Stiftung Heimstätten Wil ist ein «lebendiger» Ort mit einem reichhaltigen Angebot an Bioprodukten. Hier begegnen sich Menschen mit und ohne Beeinträchtigung im Alltag, bei ihren täglichen Einkäufen.

 

Stabsübergabe

Zwischen den zwei Wilerinnen Barbara Gysi und Marianne Mettler fand am 1. Januar 2020 die Stabsübergabe für das Präsidium statt; als Mitglied des Stiftungsrates wirkt Marianne Mettler seit Juni 2018.

Marianne Mettler war es ein Anliegen, einen Kodex für die Arbeit des Stiftungsrates sowie der Geschäftsleitung zu entwickeln. In diesem wurde unter anderem festgelegt, auf eine ausgewogene Mischung hinsichtlich beruflichem Hintergrund, Alter und Geschlecht zu achten. Per 1. Januar 2020 ist Silvie Hofmann, Peer Beraterin, Teil des Stiftungsrates. Mit ihr vervollständigt sich der Stiftungsrat mit einer sehr wichtigen Kompetenz: der Interessensvertretung für Mitarbeitende mit einer Beeinträchtigung.

 

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